Bei der letzten von Klaus Weber für den TSV Neuried geleiteten Bergtour ging es noch einmal hoch hinaus: Klaus Weber, der seit 2014 jeden Monat und einmal im Jahr eine ganze Woche (oder länger) mit den Bergbegeisterten des TSV Neuried in den bayerischen, österreichischen und italienischen Alpen unterwegs war, führte unsere 11 Bergwanderer Ende Juni auf eine 11-Tages-Reise ins Piemont.
Die Kalk- und Seealpen des Piemont werden vom höchsten ihrer Gipfel, dem Monviso (3800 Meter) gekrönt. Die sieben Tages-Etappen führten um diesen Koloss herum, beginnend auf dem Pian del Re (2020 Meter), wo der Po entspringt. Bei strahlendem Sonnenschein führte der Aufstieg zur Hütte Rifugio Sella (2650 Meter), benannt nach einem der Gründer des italienischen Alpenvereins. Doch nach einer Stunde zog der Himmel schwarz zu, Starkregen setzte ein, unterbrochen von hellen Blitzen und schwerem Donner. Ein großer Felsbrocken diente als Not-Unterschlupf, um von den Hagelkörnern nicht verletzt zu werden. Doch wie auch an den anderen Tagen wurde der Himmel schnell wieder blau – und die Gruppe konnte ihre Kleidungsstücke in der Sonne trocknen und ihre Wanderung fortsetzen.
Nächster Höhepunkt war am vierten Tag die Überschreitung des 2850 Meter hohen Colle di Bellino. Auf dem 1200 Höhenmeter umfassenden Zustieg waren mehr als 50 Blumenarten entlang von rauschenden Bergbächen und Schluchten zu sehen, neben Steinböcken, Gemsen und Murmeltieren. Verdient hatten sich alle die Einkehr im Campo Base, wo die Abenddusche wegen des Hagel- und Regenschauers am Nachmittag überflüssig war.
Am Pausentag war Ausspannen, Wunden versorgen und ein kleiner Spaziergang ins nahegelegene Chiappera, dem westlichsten Ort des Maira-Tals, angesagt.
Die letzten drei Tage waren weniger anstrengend: mehr als 800 Höhenmeter täglich waren kein Problem; und der lange Abstieg nach Pontebernardo (1300 Meter) im Stura-Tal wurde durch den Blick auf Edelweiß, Lavendelhänge und ein frisches Bad im 2300 Meter hohen Lago Oserot und eine Erfrischung im Sturabach verschönt. Saftiges Gamsgulasch mit Gemüse sowie Süßes, Wein und Grappa rundeten den Tag ab.
Zurück ging es über Turin. Das Wichtigste für den Wanderführer ist immer, dass alle gesund bleiben. Das gelang auch diesmal – fast - denn eine Berglerin musste leider für eine Nacht ins Krankenhaus von Cuneo, wo sie außerordentlich freundlich und kompetent versorgt wurde.
Doch schon am nächsten Tag waren wir alle 12 wieder zusammen. Hier ein paar Bilder von der Tour.
Klaus Weber, nach 150 Bergtouren, die er für den TSV Neuried organisierte, zur Abschlusstour: „Über 40 Leute haben über die Jahre teilgenommen. Das Ehrenamt hat mir riesigen Spaß gemacht und ich hoffe, dass es den Bergfreunden und -freundinnen auch so ging. Das lachende Auge: Ich muss nichts mehr organisieren, was für eine gelungene Tour, ob groß oder klein, im Hintergrund erforderlich ist. Das weinende Auge: Die Wanderungen für den TSV wird es vorerst nicht mehr geben, weil es keinen direkten Nachfolger für mich gibt. Aber ich gehe nach wie vor in die Berge – und ab und zu lade ich auch die »alten Bekannten« dazu ein“.
Der TSV Neuried bedankt sich im Namen des Vereins und aller Mitglieder bei Klaus Weber für sein langjähriges, wunderbares ehrenamtliches Engagement. Alles Gute und Berg heil, lieber Klaus!